ANALYSE
Krise in China noch nicht ausgestanden.
Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen: Chinas Wirtschaft ist noch nicht endgültig wieder über den Berg. Die strukturellen Probleme sind vielschichtig und dürften die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bis auf weiteres hemmen.
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Die Wirtschaft Chinas befindet sich weiterhin in schwieriger Lage. Die Immobilienkrise, die handelspolitischen Spannungen mit den USA und die zunehmende Regulierung lasten auf der Stimmung von Unternehmen und Konsumenten, weshalb diese sich ein Signal des Aufbruchs von der Regierung erhoffen. Doch die Wirtschaftsdaten sind (noch) nicht so schlecht, dass sich die Regierung unter starkem Handlungsdruck sehen würde. So verkündete Ministerpräsident Li Qiang beim jüngsten Nationalen Volkskongress (siehe unten Stichwort) zwar ein ambitioniertes Wirtschaftswachstumsziel von „rund 5 Prozent“, doch wurden keine konkreten Maßnahmen in Aussicht gestellt, wie die Konjunktur stimuliert werden soll.
Erwartete Marktauswirkungen.
Kommentar: Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass Chinas Wirtschaft noch nicht endgültig wieder über den Berg ist. Die strukturellen Probleme sind vielschichtig und dürften die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bis auf weiteres hemmen. Das bremst das globale Wachstum und damit die Aktienkursentwicklung. Rohölnachfrage tendenziell niedriger, daher Druck auf Ölpreis. Unsicherheit wird größer, daher steigender Goldpreis. Schwächeres China-Wachstum belastet Emerging Markets, daher Spreadausweitung.
Zur Interpretation der Pfeile: Dieses Kapitalmarktthema hat eine dämpfende (roter Pfeil) bzw. neutrale (gelber Pfeil) bzw. stimulierende Auswirkung (grüner Pfeil) auf die betreffende Kapitalmarktgröße. Da sich am Markt viele Einflüsse überlagern, kann die tatsächliche Kapitalmarktentwicklung trotz korrekter Prognosen für dieses Thema in eine andere Richtung gehen als von den Pfeilen auf den ersten Blick suggeriert wird.
Chinas Außenhandel schwächelt.
Auch der Außenhandel, traditionell eine der Stützen der chinesischen Wirtschaft, trägt gegenwärtig wenig zur Erholung bei. Der Sektor befindet sich nach dem rasanten Wachstum während der Corona-Krise, als China einen großen Teil der globalen Nachfrage nach Industriegütern befriedigt hat, in einer Konsolidierungsphase.
Die Stärkung des privaten Konsums bleibt erklärtes Ziel der Regierung, auch wenn hier im Rahmen des Nationalen Volkskongresses keine neuen Ankündigungen gemacht wurden. In einem Umfeld, in dem viele Haushalte wegen der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt, der Immobilienkrise und der schlechten Aktienmarktentwicklung verunsichert sind, ist eher keine starke Ausweitung der Konsumausgaben zu erwarten.
"Grüne" Hoffnungsschimmer.
Immerhin haben „grüne“ Technologien wie E-Autos, Batterien und Solaranlagen in den vergangenen Monaten den Export und die chinesische Industrie allgemein gestützt. Chinesische Anbieter befinden sich in diesen Bereichen grundsätzlich in einer guten Wettbewerbssituation. Allerdings ist die Produktion hier mittlerweile der Nachfrage vorausgelaufen. Preiskämpfe drücken auf die Gewinnmargen und sowohl Export als auch Investitionen in diese Sektoren dürften 2024 weniger stark wachsen als im vergangenen Jahr.
Angesichts der geschilderten strukturellen Probleme ist es durchaus bemerkenswert, dass sich die makroökonomischen Daten in den vergangenen Quartalen noch weitgehend stabil gezeigt haben. Die Bereiche der Wirtschaft, in denen sich die Regierung mehr Aktivität wünscht (vor allem in der Hochtechnologie und bei „grünen“ Technologien) dürften vorerst weiterhin gestützt werden.
Stichwort: Nationaler Volkskongress.
Der Nationale Volkskongress ist das nicht frei gewählte Parlament Chinas unter der Alleinherrschaft der Kommunistischen Partei. Bei seiner jährlichen Sitzung segnen die knapp 3000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes in Peking die Pläne und Ziele der chinesischen Führung ab. Debatten über die Vorhaben und Beschlüsse gibt es nicht.
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