ANALYSE
Rohstoffmärkte im Bann der Handelspolitik
Zumindest kurzfristig beeinflusst die erratische Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump die Preise an den Rohstoffmärkten. Die langfristigen Auswirkungen der Handelspolitik sind noch unklar. Während der Ölmarkt vor strukturellen Veränderungen steht, dürfte Gold bis auf weiteres der „sichere Hafen“ bleiben.
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Sie mehr über Chancen und Risiken von Rohstoffen wissen möchten
Die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump könnte die Rohstoffmärkte deutlicher beeinflussen als angenommen. Insbesondere seine unberechenbare Handelspolitik hat bislang für einige Turbulenzen gesorgt. Die Marktteilnehmer tun sich aktuell noch schwer, die Risiken adäquat einzupreisen. Während die Preise für Rohöl sowie für europäisches Gas zuletzt nachgaben, verzeichneten einige der Edelmetalle, allen voran Gold, deutliche Preisanstiege. Nur die Industriemetallpreise blieben im Umfeld der Zollkapriolen bislang weitgehend robust. Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass bei Rohstoffanlagen jederzeit starke Wertschwankungen auftreten können.
Energie
Das globale Ölangebot dürfte in diesem Jahr zunehmen. Dafür sorgt zum einen die Ankündigung der OPEC+, die freiwillige Fördermengenkürzung ab April 2025 schrittweise zurückzunehmen und die Ölförderung bis Ende 2026 um insgesamt 2,2 Mio. Fass täglich hochzufahren. Zum anderen dürfte das Ölangebot ausgehend von den USA unter der Präsidentschaft Trumps weiter ansteigen. Infolgedessen dürfte das globale Ölangebot die Nachfrage im Jahresverlauf 2025 übersteigen und tendenziell Abwärtsdruck auf die Ölnotierungen ausüben.
Ungeachtet dessen steht der Ölmarkt grundsätzlich vor strukturellen Veränderungen. Langfristig wird Rohöl an Bedeutung verlieren und deshalb tendenziell im Preis nachgeben. Die Ölnachfrage wird in Zukunft angesichts des globalen Umstiegs auf erneuerbare Energien zurückgehen. Die neue US-Regierung wird diesen weltweiten Trend weg von fossilen Energiequellen für eine gewisse Zeit bremsen, nicht aber vollständig stoppen können.
Edelmetalle
Die Goldnotierung erreichte vor allem aufgrund der zunehmenden geo- und wirtschaftspolitischen Unsicherheit mit dem Überschreiten der Marke von 3.000 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Der Aufwärtstrend sollte anhalten, weil Gold weiterhin als sicherer Hafen gesucht werden dürfte. Ein weiterer preisstabilisierender Faktor ist die anhaltende Goldnachfrage von Zentralbanken, insbesondere aus den Schwellenländern. Dagegen litten Platin und Palladium zuletzt unter den Sorgen rund um die Automobilindustrie und verzeichneten Preisrückgänge. Insgesamt dürften die Edelmetalle aber auch 2025 Unterstützung durch die Lockerung der Geldpolitik erfahren.
Ausblick
Wir erwarten, dass anhaltende geopolitische Konflikte, eine moderate Inflation sowie eine erratische Handelspolitik der USA die Rohstoffmärkte bis Ende 2026 prägen werden, wobei ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3 % als solides Fundament dient. Allerdings dürfte das für den Rohstoffbereich sehr relevante chinesische Wachstum aufgrund hausgemachter Probleme auf absehbare Zeit schwach bleiben.
Vor allem im Bereich der Industriemetalle wird die Nachfrage durch die konjunkturelle Schwäche Chinas gebremst. Gleichzeitig könnte ein verschärfter Handelskonflikt zwischen den USA und China zu Beeinträchtigungen der Lieferketten führen und Preisanstiege auslösen. Vor diesem Hintergrund wird das neue globale Gleichgewicht von stärkeren regionalen Produktionsmustern geprägt sein. Somit ist insgesamt mit einer nur moderaten Zunahme der globalen Rohstoffnachfrage zu rechnen.
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